Чуждоезиково обучение

2017/6, стр. 644 - 656

DER BULGARISCHE GELEHRTE UND POLITIKER PROFESSOR IVAN SHISHMANOV (1862 – 1928) UND DIE PANEUROPÄISCHE BEWEGUNG

Rumjana Koneva
E-mail: rkoneva@abv.bg/
Bulgarian Cultural Institute House Wittgenstein
Vienna Austria

Резюме:

Ключови думи:

Sehr verehrte Damen und Herren, sehr verehrte Paneuropäer,

Es ist mir eine Ehre und Freude zugleich, heute und hier vor Ihnen im Herzen Europas, in Wien, im Haus der Industrie über unser gemeinsames Europa sprechen zu dürfen, in dieser Stadt, deren aufgeschlossene Menschen und deren großer Herzen für Weltoffenheit und Verbundenheit mit Menschen und Kulturen anderer Länder stehen.

Heute möchte ich an die „ersten Europäer“ erinnern, die vor 90 Jahren sich in Wien sammelten, die paneuropäische Bewegung initiierten und ein vereintes Europa zu begründen suchten. Gegen den „Hass in der Seele“ der Nachkriegszeit kämpften viele europäische Intellektuelle und weitsichtige Politiker.

Erlauben Sie mir nun, bitte, zunächst an die Atmosphäre vor 90 Jahren einen Blick werfen:

Wer in diesen Tagen nach Österreich fährt, um am Kongress teilzunehmen, braucht kein Visum; er zeigt nur seine Legitimation als Paneuropäer vor. Dann wird er durch gelassen. In dieser kleinen Artigkeit liegt ein Symbol, zum ersten Mal in unserer Geschichte wird einer, der sich Europäer nennt, dafür belohnt. Macht nichts, dass er zehn Schilling zahlt um dabei zu sein, die alten Staaten fördern weit höhere Steuern... so wird es wohl in einem Jahrzehnt auch sein, wenn unsere Söhne staunend von den Pässen erzählen lassen werden, ohne denen 25 Visa die 25 Staaten Europa nicht besuchen konnten.“

Diese Worte setzte der deutsche Schriftsteller, Journalist und Historiker Emil Ludwig zum Auftakt seines Artikels „Das neue Vaterland Paneuropa“, welche er am 29. September 1926 aus Berlin nach Wien geschickt hatte und den die Neue Freie Presse am 2. 10. 1926 veröffentlichte. Der Anlass war die Eröffnung des Kongresses.

Ein weiteres Zitat aus derselben Zeitung:

„Man betritt den Saal, blickt aufs Podium. Vor der Orgelbrüstung sieht das Bild Immanuel Kants, des gewaltigen Denkers, des Verfassers der Schrift vom „Ewigen Frieden“, bedeutsam herab auf die denkwürdige Versammlung.

In diesem Zeiche ist kaum jemals ein politischer Kongress eröffnet worden.

Rechts und links an der Brüstung der Orgelgalerie gruppierten sich um Kant die Bildnisse der anderen Anhänger der Paneuropagedankens: St. Pierre, Mazzini, Napoleon, Nietzsche, Victor Hugo und Amos Comenius.

Fahnen, der auf dem Kongress vertretenen Staaten und Nationen, schmücken den Sahl. Auf den langen Tischen zum Podium zu beiden Seiten des Rednerpultes, die für die Hauptdelegierten bestimmt sind, stehen vor dem Platze eines jeden Delegierten kleine Flaggen in den Farben des betreffenden Landes.

Kaum haben diese ihre Plätze aufgenommen, verlöschen die Lichter in dem großen Raum und in das Halbdunkel ergießen sich die feierlichen Klänge eines Baches Fuge, die Professor Schutz auf der großen Konzerthausorgel zelebriert.

Während noch der letzte Akkord verhält, wird der Organist den Blicken durch das Fallen eines Vorganges eingezogen. Doch der Vorhang ist kein Vorhang. Die Paneuropaflagge ist es, die da entrlollt wurde. Und als im Strahlenkegel des Scheinwerfers das Emblem deutlich wird, da begrüßt jubelnder Beifall das von goldenen Sonne umstrahlte rote Kreuz auf blauem Grunde.“

Ohne „Visum“ fuhr nach Wien auch ein Bulgare, Professor Ivan Schischmanov, welchen ich heute vorstellen möchte und welcher in diesem (auf dem Bild gezeigten) Saal, neben der bulgarischen Fahne, die Paneuropäische Idee verteidigte.

Ivan Shishmanov wurde am 22. Juni 1862 im bulgarischen Svishtov an der Donau geboren, an jenem Fluss, der die natürliche Verbindung des damals noch nicht befreiten Bulgarien mit den freien Staaten Europas bildete.

Von den Quellen im Schwarzwald bis zu ihrer Mündung am Schwarzen Meer ist die Donau nicht nur ein europäischer Wasserweg, sondern eine jahrhundertealte kulturelle Magistrale, die den europäischen Südosten mit dem Herzen des Kontinents verbindet. Für Ivan Shishmanov, wie auch für Generationen vor und nach ihm, war dies eine Brücke hin zu einer neuen Geisteswelt. Auf Empfehlung des berühmten österreichisch-ungarischenReisenden, Archäologen, GeographenundEthnographen Felix Kanitz, des Autors des Werkes „Donau-Bulgarien und der Balkan“, ging der 14-jährige Spitzenschüler der Svishtover Bulgarischen Volksschule 1876 nach Wien. Die Ausbildung des talentierten Jungen wurde von der vom bulgarischen Politiker und Diplomaten Grigor Nachovich gegründeten bulgarischen Kultur- und Bildungsgesellschaft „Napredak“ (Fortschritt) übernommen, deren Zielsetzung war, die Ausbildung von Schülern für ein zukünftiges freies Bulgarien zu fördern.

Die ersten zwei Jahre verbringt der junge Shishmanov in den Oberklassen der Bürgerschule des bekannten deutschen Pädagogen Dr. Friedrich Dittes. Es folgen vier Jahre in Gymnasialklassen der kaiserlich-königlichen Lehrerbildungsanstalt. Shishmanov eignet sich den Grundlagen europäischer Bildung und Disziplin an und führt seine lebenslange Gewohnheit fort, eifrig und detailliert Notizen zu machen.

In Wien nimmt Ivan Shishmanov begierig Kultur jedweder Prägung auf und stellt auch an sich selbst hohe Ansprüche. Wichtig werden die Begegnungen mit Vertretern verschiedener europäischer Völker, wodurch sich sein zukünftiger Weg abzeichnet: Im Kennenlernen Andere strenger sich selbst und den Seinen gegenüber zu werden. Die Trennung von seiner Heimat verstärkt bei Shishmanov die Liebe zum befreiten und sich erneuernden Vaterland, eine Liebe, die er in vielen leidenschaftlichen Gedichten immer wieder besingt.

Der europäische Weg Ivan Shishmanovs setzt sich 1883 in Deutschland fort. Unter den vielen berühmten akademischen Zentren entscheidet er sich – vor allem wegen der hoch anerkannten pädagogischen Lehre des dort lehrenden Professors Karl Stoy – für Jena. Unter seinen Lehrern finden sich darüber hinaus die Namen einiger der zu ihrer Zeit angesehensten deutschen Wissenschaftler: Karl Cappeler, Berthold Delbrük, Rudolf Eucken, Friedrich Falkenberg, Rudolf Thurneysen, Friedrich Kluge, Otto Liebmann.

Ausgestattet mit einem staatlichen bulgarischen Stipendium, studiert Ivan Shishmanov in Jena Pädagogik und Philosophie. Daneben besucht er Vorlesungen in anderen Disziplinen: Altgriechisch und Sanskrit, Deutsche, Dnglische und Französische Literatur, Psychologie und Geschichte, Jura und Zoologie. In Jena übersetzt Shishmanov Schillers „Lied von der Glocke“, aus dem er 40 Jahre später den Optimismus für die geistige Vereinigung Europas schöpfen wird.

1885 setzt Shishmanov sein Studium in Genf fort, vor allem auf dem Gebiet des französischen Humanitarismus. In Genf begegnet Shishmanov auch seiner zukünftigen Lebensbegleiterin: Lidia Dragomanova. Ihr Vater – und zukünftiger Schwiegervater Shishmanovs – ist der ukrainische Emigrant, Historiker, Literaturwissenschaftler, Volkskundler und heute als „Vater der modernen Ukrainistik“ geltende Mihail Dragomanov. Diese Lebensbindung verstärkt noch das Interesse des jungen bulgarischen Studenten an der europäischen Slawistik.

In der altehrwürdigen Universität Leipzig, dem damaligen deutschen Zentrum der Slawistik, setzt Shishmanov 1886 seine wissenschaftlichen Studien bei den Professoren Wilhelm Wundt, Karl Wilhelm Ludwig, August Leskien, Karl Masius, Ludwig von Strümpell, Wilhelm Wollner, Alfred Odin, Heinrich Körting und anderen fort. Bei Professor Wundt verteidigt er seine Doktorarbeit im Fach Philosophie zum Thema „Untersuchungen über die Empfindlichkeit des Intervallsinnes“. Shishmanov baut in dieser Zeit enge wissenschaftliche und persönliche Beziehungen zu herausragenden deutschen Wissenschaftlern und Kollegen seiner Generation auf, mit denen er sein Leben lang zusammenarbeiten wird.

Nach seiner Rückkehr nach Bulgarien 1888 begibt sich Shishmanov zielgerichtet in das wissenschaftliche und kulturelle Leben seines Landes. Er schließt sich den Gründern und ersten Professoren der Sofioter Universität an und beteiligt sich am Aufbau der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften. Er etabliert sich im Lande als führender Dozent und Wissenschaftler mit vielfältigen internationalen Kontakten zu wissenschaftlichen und kulturellen Organisationen. Er wird zunehmend anerkannt, erhält diverse Auszeichnungen und wird zum Mitglied einer Reihe ausländischer Akademien und Gesellschaften gewählt.

1903 wird Shishmanov zum Minister für Volksbildung ernannt. Er zeigt administrative Begabung und hohe Professionalität, bereitet Gesetze, Schulordnungen vor, modernisiert das Bildungswesen und fördert die Entwicklung von Bildung, Wissenschaft und Kultur in Bulgarien. Er folgt dabei seinem eigenen, konsequent und breit angelegten Bildungs- und Erziehungsprogramm, das europäische Erfahrung mit nationalen Traditionen verbindet.

Shishmanovs Elan als Minister ist in der bulgarischen Kulturpolitik nach der Befreiung ohnegleichen. Inspiriert von den wichtigsten europäischen geistigen und technischen Errungenschaften, baut Shishmanov eine moderne kulturelle Infrastruktur im Lande auf, u.a. die Sofioter Universität „Hl. Kliment Ohridski“, das Nationaltheater, die Musikschule (später Musikhochschule) , die Kunstschule (später Kunstakademie) , das Archäologische Museum, das Nationale Ethnographische Museum. Besondere Verdienste erwirbt er sich um die Entwicklung der bulgarischen „Kulturhäuser“, deren Gesamtverband er später gründet und leitet.

Zwischen 1912 und 1918 nahm Bulgarien an drei Kriegen teil: den zwei Balkankriegen und dem Ersten Weltkrieg. Anstelle der ersehnten nationalen Vereinigung erlebt das Land nun das Trauma der Niederlage. Die nationalen Katastrophen bedeuten für Ivan Shishmanov, dessen Leben und Wirken von den Ideen der Bulgarischen nationalen Wiedergeburt tief durchdrungen sind, auch ein persönliches Drama. Bereits 1885, als Student in Genf, hatte er sich dem freiwilligen Studenten-Kommando im Serbisch-Bulgarischen Krieg angeschlossen. In den folgenden Kriegen engagiert sich Shishmanov vor allem als Bürger und erlebt er als solcher Siege und Niederlagen mit. Die zerstörerische Gewalt des Krieges, die Bulgarien und Europa insgesamt zerschlägt, lässt den Gelehrten zu einem noch leidenschaftlicheren Kämpfer für den Frieden werden. 1918 vernichtet er seine jugendlichen, patriotisch gefärbten Gedichte aus der Wiener Zeit. Nach einer kurzen diplomatischen Verwendung als Gesandter in der Ukraine widmet sich Shishmanov fortan der Sache des Friedens und der europäischen Idee.

1920 feiert die bulgarische Kulturöffentlichkeit das 30-jährige wissenschaftliche Wirken Professor Ivan Shishmanovs. Der Jubilar erhält eine Vielzahl von Glückwünschen, Telegrammen und Grußadressen aus dem In- und Ausland. Trotz der hohen Anerkennung fühlt er sich im Nachkriegs-Bulgarien unwohl, wo sich nunmehr sogar sein Platz an dem von ihm selbst eingerichteten Lehrstuhl für Literaturgeschichte als besetzt erweist. Enttäuscht von den Nachkriegsverhältnissen in der Heimat geht er den Weg ins Exil, zunächst in die Schweiz, später ins deutsche Freiburg i.Br.

ImSommer1921lässtsichIvanShishmanovinderaltenUniversitätsstadtFreiburg im Breisgau nieder. Von der Pension „Schöneck“ aus, wo er drei Jahre zusammen mit seiner Frau Lidia Shishmanova lebt, führt er ein intensives wissenschaftliches und gesellschaftliches Leben, liest unermüdlich in der Universitätsbibliothek, und korrespondiert regelmäßig mit Freunden und Gleichgesinnten in der Heimat. In Freiburg erreicht ihn die Nachricht vom Tod seines besten Freundes, Ivan Vazov, des wichtigsten und beliebtesten bulgarischen Schriftstellers seiner Zeit.

Die 1457 gegründete Freiburger Universität ist eines der bedeutendsten Universitätszentren in Deutschland. Während der 1920er Jahre lehren hier herausragende Professoren, von denen viele auch persönliche Freunde des bulgarischen Gelehrten sind: Otto Immisch, Edmund Husserl, Oskar de la Camp, Felix Rachfahl, Friedrich Kluge, Hans Jantzen, Ludwig Sütterlin, Heinrich Finke u.a.m. Shishmanov unterhält aber auch Kontakte zu emigrierten russischen und ukrainischen Intellektuellen, etwa Fjodor Stepun, Alexander Shulgin, Maxim Gorki, Dmitrij Tschiževskij oder Nikolay Rubakin. In die Freiburger Kulturelite bestens integriert, ist Shishmanov häufig zu Gast bei der ältesten Kulturvereinigung der Stadt, der „Museumsgesellschaft“ und besucht regelmäßig Vorlesungen seiner Kollegen an der Universität.

Im Mittelpunkt der wissenschaftlichenArbeit Ivan Shishmanovs steht in Freiburg der Vorlesungszyklus „Die Slawische Welt“. Geleitet von der Überzeugung, dass die Slaven ein fester und untrennbarer Bestandteil der europäischen Geschichte sind, verteidigt er konsequent die zivilisatorische Einheit Europas. Mit dem Vorlesungszyklus und seiner wissenschaftlichen Präsenz ist Shishmanov der erste bulgarische Wissenschaftler, der Vorlesungen in Deutschland hält und der erste Wissenschaftler, der an der Freiburger Universität eine slavistische Vorlesung hält. Shishmanov wird damit zu einem geistigen Botschafter Bulgariens in Deutschland und zugleich zu einem leidenschaftlichen Verfechter des Gedankens der europäischen Einheit.

Bereits in Freiburg wird Ivan Shishmanov mit den Ideen des österreichischen Publizisten und Politikers und seines späteren Freundes Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi vertraut. Die Paneuropa-Idee wird für Shishmanov fortan zu seinem wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Credo. Die europäische Integration, die Annäherung der Völker untereinander und die kulturelle Zusammenarbeit stellen auch für Shishmanov die einzige Alternative zum Krieg dar, dessen Gespenst erneut den Frieden des Kontinents bedroht. Sowohl gegenüber den Studenten an der Freiburger Universität als auch an der Sofioter Universität, wohin er 1924 zurückkehrt, kämpft er für den Gedanken eines Vereinigten Europas. Fast zwangsläufig wird Shishmanov als bulgarischer Delegierter für den Ersten Paneuropäischen Kongress in Wien vom 3. bis 10. Oktober 1926 gewählt.

Auf dem Wiener Kongress war Professor Schischmanov Mitglied der Leitung des Präsidiums und gemeinsam mit den Persönlichkeiten wie Paul Desrtre’ (Belgien Minister a.D.), Paul Loebe (Deutschland, Präsident des Reichstags), C.R. Pusta (Estland, Präsident a.D.), Ernard Heriot (Frankreich, Minister), Nikola Politis (Griechenland, Gesandter a.D.), Klimas, N. (Litauen, Ministerpräsident, a.D.), Ignaz Seipel (Österreich, Bundeskanzler a.D.) und Georg von Lukacs (Ungarn, Ministerpräsident a.D) unter dem Vorsitz von Kalergi, beteiligte sich an der Vorbereitung der Beschlüsse, verteidigte Ideen, zeichnete die zukünftige Richtlinie und Programme. Ivan Schischmanow ist in der Liste des Präsidiums auch als a.D. Minister vorgestellt. Politisch betrachtend ist es korrekt, weil er Bildungsminister Bulgariens 1903-1907 war. Kulturhistorisch gesehen aber, ist Professor Schischmanov der dauerhafte auswärtige Kultusminister Bulgariens. Das beweist nicht nur seine Position im Präsidium der Paneuropäischen Union, sondern auch seine aktive und hochwertige Teilnahme am Kongress selbst.

An diesem ersten Gründungskongress hielte er eine Rede am Eröffnungstag, leitete eine Sitzung in der Sektion „Politik und Minderheiten“ und nahm debattierte an den Diskussionen teil, welche verschiede Fragen der Kultur, der „Kleinländer“, der Beziehungen mit Südosteuropa und anderen Völkern betrachteten.

Als Vertreter „einer der jüngsten europäischen Nationen“ begrüßte er den Kongress mit dem Enthusiasmus und dem aktiven Idealismus, der den Jungen eigen ist“. Er begründete den Bedarf des kritischen Vernunfts und Überlegung der Alten und Erfahrenen mit den „heißen unentwegten Glauben der Jungen an der Möglichkeit seiner Verwirklichung“. „Nun wohl - sagte der Professor, - diesen jugendlichen Glauben bringe ich auch mit aus meinen kleinen schwergeprüften, aber immer noch willensstarken, tatkräftigen Heimat mit der Wünsche: es möge die paneuropäische Union nicht allein ein fester Bund der Interessen, sondern auch der Geister und noch mehr der Herzen werden“.

Dieser Gedanke, der als Schischmanovs Leitmotiv gegenzeichnend sein könnte, begründet er mit der Aussage, dass es für den Bulgaren gerade ein Paneuropäer zu werden, ist ein „hehres Ideal“ gewesen, weil es für ihn geschichtlich selbstverständlich war „einfach Europäer zu heißen“. Das war, wie der Gelehrte erinnerte, ein natürliches Gefühl und Ereignis für alle Balkanvölker – auch Serben, Griechen und Rumänen in den entfernten Jahrhunderten vor der „schweren kataleptischen Zuständen“ vom 14. bis 19. Jahrhundert. Gerade diese Völker hätten allzu wohl wissen, was eigentlich die geistige europäische Heimat zu verlieren bedeutete. Deshalb war es auch kein Wunder, dass gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Wiedergeburt anbrach und erscholl alsbald der Ruf „Zurück zu unseren alten Heimat, zurück zu Europa!“

Diese These begründete Schischmanov mit 3 Unterstützungsbeispielen, um zu beweisen, wie wichtig noch damals der Wille des Zusammenhangs und des geistigen Umgangs gewesen war. Das war vor allem die Errichtung des Staates im 7. Jh, die Übermittlung mit der Schrift das heilige Wort den anderen Süd- und Ostslaven – eine kulturelle Botschaft im aktuellen Sinne – und einen „internationalen, gewissermaßen paneuropäischen Antal an den religiösen Bewegungen des Westens mit der Tätigkeit von Bogomilen, „Vorläufer von Wiclif und von Hus und von Luther.“ „So ist es auch geschichtlich verständlich, warum bald nach dem Anfang unserer Widergeburt ein ungeheuer Drang nach dem Westen unser Volk ergriff“.

Schischmanov ist fest überzeugt, dass die Europäische Idee den meisten Denkern eigen war, die geistigen Grenzen konnten wenn überhaupt, nicht dauerhaft errichtet werden.

„Deshalb wird es auch unsere größte Freude sein, – betonte weiter der Gelehrte – uns an die Seite jener zu stellen, die ohne fanatische Nur-Europäer zu sein, fest daran glauben, dass der Geist Europas unverwüstlich ist, denn das ist der Geist eines Sokrates, eines Plato, eines Aristoteles, eines Giordano Bruno, eines Spinoza, eines Dekartes, eines Berhardin de St. Pierre und Rousseaus, eines Lookes und Hume, eines Leibnitz, eines Kant, eines Goethe, die ja alle gute paneuropäer waren, denn sie dachten und schrieben nicht für einzelne Nationen, sondern für ganz Europa und weiter für die ganze Menschheit.“

Diese Behauptungen gaben den Vortragenden noch weiter in seiner Überlegungen über die Mission der Kulturen im Frieden zu sprechen. Er bestimmte die Aufgabe der sich im „prächtigen Wien“ versammelten Europäer: „der europäischen Menschheit eine neue Frieden verheißende Glocke zu gießen und zu schenken. Und diese Glocke soll wie im Schiller herrlichem Gedichte Concordia heißen. Aber zum Unterschied von ihr wird sie nicht allein die einzelnen Gemeinden zur Eintracht und zu herzinnigen Vereine versammeln, sondern alle europäischen Völker ohne Unterschied von Meistern und Gesellen (unterstr. R.K.)“.

Die Rede wird auf Deutsch gehalten, der Appell und die einleitenden Worte aber spricht Shishmanov Bulgarisch und Französisch, symbolhaft für die Gleichrangigkeit von Sprachen und Kulturen. Die abschließende Botschaft zu „Freude und Frieden“ ist getragen vom optimistischen Geist der Solidarität aus Schillers „Lied von der Glocke“, das der bulgarische Gelehrte bereits vierzig Jahre zuvor als Student in Jena übersetzt hatte.

An dem Kongress wurden zwei Vorschläge Schischmanovs mit voller Bewilligung akzeptiert. Der erste ist mit der Empfehlung des bulgarischen Wissenschaftlers einen ständigen Austausch unter Professoren in den europäischen Universitäten zu organisieren und zu etablieren. Der zweite ist mit dem sein langjähriger Traum, welcher schon eine Reife erhalten hat, in Genf „in kurzen Fristen“ eine Internationale Universität zu gründen. Alle diese Ideen konnte man als Hohepunkt seines kultur-institutionelles Denkens betrachten, wenn man nicht noch eine wesentliche Seite seiner vielseitige Analyse und Aneignung der Bedeutung der Anschauung über die „Kultur der Minderheiten“ erwähnt.

Am 13. März 1927 fand in Sofia die Gründungsversammlung der Bulgarischen Sektion der Paneuropa-Union statt, Vorsitzender wird Ivan Shishmanov. Unter den Teilnehmern findet man die Namen der wichtigsten bulgarischen Intellektuellen, Politiker und Vertreter des öffentlichen Lebens. Die von der Gesellschaft verabschiedete Satzung nennt als Hauptziel, „unter der bulgarischen Bevölkerung die Gedanken der Paneuropa-Union, einer Annäherung und Zusammenarbeit zwischen allen europäischen Völkern in politischer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht zu verbreiten“. Shishmanov selbst tritt für diese Ideen auch als Mitglied anderer angesehener internationaler und nationaler Organisationen ein.

Gleich nach der Gründung der Bulgarischen Sektion, am nächsten Tag, am 14. März, schrieb Shishmanov an seinen Freund Coudenhove-Kalergi:

„Hochverehrter Herr Graf,

Ich beeile mich Ihnen die freudige Nachricht mitzuteilen, dass gestern die Bulgarische Sektion der Paneuropäischen Union gegründet wurde. Zum Präsidenten wurde meine Wenigkeit gewählt“ Weiter wurden die Namen der Mitglieder – der ersten bulgarischen Europäer aufgezählt – Politiker und Intellektuelle.

Auf diese Nachricht reagierten viele europäische Sektionen. Ein Telegramm aus Berlin lautete: „ Die Paneuropäische Union Deutschlands übersendet Ihrer jungen Schwester in Sofia ihre herzlichste Glückwunsche. Mögen die beiden Völker, die in schwersten Zeit zusammenhielten, zur Vorkämpfern für die Einigung Europas werden.“

Die beiden Sektionen arbeiteten für die Gründung einer internationalen Paneuropa Jugendbewegung. Sellbst Shishmanov bereitete sich für den 2. Paneuropa-Kongress in Berlin vor.

Wie ich schon erwähnt habe, leitete Schischmanov an dem Ersten Paneuropäischen Kongress die Sektion „Politik und Minderheiten“. Die hervorgehobenen dort Fragen, intensive Diskussionen und viele seine wissenschaftliche Beobachtungen, Forschungen und Schlussfolgerungen haben ihn inspiriert ein Werk über dieses Thema, welches noch damals die Intellektuellen bewegte, zu schreiben. Schischmanov plante ein Buch (anlässlich des 5. Gründungsjahr der Union) unter dem Arbeitstitel „Cudenhove- Kalergi und Ramsay MacDonald über die Volksminderheiten“. In den Vorbereiteten Schriften kann man feststellen, dass dieses Werk ein tief theoretisches Schaffen sein sollte, wobei viele Fragen und Aspekte des Paneuropäismus gestellt sein müssen. Im Laufe von 5 Jahren habe diese Bewegung Millionen Anhänger bekommen und habe sich in einer Massenpolitischen und kulturellen Bewegung umgewandelt.

Schischmanov beruht sich auf dem italienischen Ministerpräsidenten Francesco Niti, welcher behauptete, dass Europa „Alma Mater der Zivilisation ist“ und dadurch sei es verpflichtet, sich vom Verderben zu retten und dass „der Patriotismus des XX Jh. solle paneuropäisch werden.“

Die Hauptanalyse in den bei uns gebliebenen Notizen ist mit dem Werk Kalergis „Paneuropa“ verbunden. Der bulgarische Wissenschaftler bezeichnete es als „kapital“ und stimmte mit dem Auffassungen Kalergis überein. „Jede Nation ist ein Heiligtum. Es gibt nur ein Mittel um die Gefahr von einem zukünftigen Krieg und zwar besonders in Osteuropa zu beseitigen (vermeiden). Dieses Mittel ist: Schutz der Minderheiten durch ein gemeinsames Etikett der nationalen Toleranz, eine Magna Charta aller europäischen Völker“.

Die Übereinstimmung in der Anschauungsthesen dieser beiden Paneuropäer (Coudenhove-Kalergi und Shishmanov) ist kein Zufall. Ein großer Teil der Menschheit ist noch in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg für eine solche Bewegung vorbereitet gewesen. Politiker, Wissenschaftler, Künstler, Schriftsteller u. a. Intellektuelle akzeptierten die betrachteten Ideen zum Frieden, Einigung, Eintracht. Die Bulgarische Intelligenz um die Jahrhundertwende hat auch viele mentale und geistige Umwandlungen erlebt. Sie war nach der Befreiung Bulgariens 1878 meistens in den Zentral- und Westeuropäischen Universitätszentren gebildet. Vor allem in Deutschland. Sie hat also in meisten Fällen die Prinzipien des Universalismus und des Europäismus angeeignet und auch auf heimischen Boden widerbelebt. Der Beispiel Schischmanovs ist eines der stärksten Vorbilder dieses Zusammenhangs und der Gemeinsamkeit. Der Freiburger „Weltbürger“ (so bezeichnete ihn eine deutsche Journalistin) begegnete in Berlin erschiene Idee Kalergis und verbreitete sie in Bulgarien, verteidigte in Wien, bewies sie mit eigenem Schaffen und Leben, welches Ende ihn beim seinem folgenden Posten in Oslo an der PEN-Club Konferenz 1928 traf.

Auf die traurige Nachricht reagierten viele Intellektuelle Europas. Auch Shishmanovs Paneuropäische Freunde. An erster Stelle Coudehove-Kalergi. Er erinnerte auch in der Zeitschrift Paneuropa, anlässlich des Verlustes von Paul Goehre und Iwan Schischmanov Folgendes:

„An ihnen verliert unsere Bewegung zwei Führer, die trotz ihre Jahre auch mit jugendlicher Begeisterung von Anfang an zu unserer Bewegung bekannten und ihr bis zum Tode treu geblieben sind...

Iwan Schischmanov hat sich schon zu Beginn der Bewegung zu ihr bekannt. Der Glaube an die Zukunft gab ihm die Kraft, die Paneuropäische Bewegung in Bulgarien zu gründen und zu führen. Von der Leistung, die er vollbracht hat, können wir erst dann eine richtige Vorstellung machen, wenn wir bedenken, dass im vergangenen Jahrzehnt seine tapfere Nation dreimal den Versuch unternahm, die führende Macht des Balkans zu werden, und zweimal, dicht vor dem Ziele, der Übermacht ihrer Gegner unterlag. Dieser Nation predigte Schischmanov Versöhnung, Friede, Verständigung. Und er fand nicht nur ein Echo im Volk und unter der Jugend – sondern auch die moralische Förderung seiner Regierung.

٭ * *

Auf dem ersten Paneuropa-Kongress beruhten sich die Lebenskreise Goehres und Schischmanovs. Nach dem Kongress, an dem sie beide teilnahmen, arbeiteten Schischmanov in Bulgarien, Goehre in Deutschland an der Verwirklichung des gemeinsamen Zieles.

Sie starben ohne es zu erleben. Aber es blieb ihnen der Trost, voll Hoffnung auf eine bessere Zukunft ihrer gequälten Völker und ihres unglücklichen Erdteil aus dem Leben zu scheiden. Es blieb ihnen der Trost bis zuletzt an ein großes Ideal zu glauben und für ein großes Ziel zu kämpfen.

Wir wollen das Andenken dieser toten Pioniere Paneuropas ehren. Viele von uns werden sterben bevor wir unser Ziel erreichen. Aber die Bewegung gewinnt an Leben, sie gewinnt an Kraft, sie breitet sich aus. Wir alle sind Glieder einer großen Kette, einer großen Gemeinschaft, die zurückreicht von den längst verstorbenen ersten Verkündern des europäischen Gedankens zu den kommenden Bürgern Paneuropas.

So ehren wir am würdigsten das Gedächtnis unserer toten Kameraden, Führer und Freunde, indem wir immer weiter kämpfen für unser großes Ziel, das auch ihr Ziel war, ihre Hoffnung und ihre Sehnsucht.“

R.N.Coudenhove-Kalergi: Zwei Führer. Zur Erinnerung an Paul Goehre und Iwan Schischmanov

Paneuropa, 4. Jahrgang, Juli-August Heft 6, 1928, S. 11 – 13

Die Botschaften für Frieden und Kultur als Brücke zueinander zu schaffen hat Schischmanov seinen Nachfolger gelassen. Die intellektuelle und kulturelle paneuropäische Bewegung in Bulgarien nahm in den 30-er Jahren zu. Dank des enormen Verdienstes Ivan Schischmanovs und seiner Philosophie des friedlichen Klangs der Glocke.

Die „Europäische Botschaft“ Ivan Shishmanovs

„Der Gedanke der paneuropäischen Union bedarf gewiss der kritischen Vernunft und Überlegung der Alten und Erfahrenen, aber auch des heißen und unentwegten Glaubens der Jungen an die Möglichkeit seiner Verwirklichung. …

Es möge die paneuropäische Union nicht allein ein fester Bund der Interessen, sondern auch der Geister und noch mehr der Herzen werden. ...

Deshalb wird es auch unsere größte Freude sein, uns an die Seite jener zu stellen, die – ohne fanatische Nur-Europäer zu sein – fest daran glauben, dass der Geist Europas unverwüstlich ist, denn das ist der Geist eines Sokrates, eines Plato, eines Aristoteles, eines Giordano Bruno, eines Spinoza, eines Descartes, eines Bernhardin de St. Pierre und Rousseau, eines Locke und Hume, eines Leibnitz, eines Kant, eines Goethe, …

Hochverehrte Versammlung! Mir kommt es vor, als ob wir im prächtigen Wien, dem Herzen Europas, aus allen Enden des Kontinents zusammengekommen wären, um der europäischen Menschheit eine neue Frieden verheißende Glocke zu gießen und zu schenken. Und diese Glocke soll wie in Schillers herrlichem Gedichte Concordia heißen.

Jetzo mit der Kraft des Stranges

Wiegt die Glock’ mir aus der Gruft,

Daß sie in das Reich des Klanges

Steige, in die Himmelsluft.

Ziehet, ziehet, hebt!

Sie bewegt sich, schwebt.

Freude dieser Welt bedeute,

F r i e d e sei ihr erst Geläute.”

Aus der Rede Ivan Shishmanovs vor dem
Ersten Paneuropäischen Kongress in Wien am 3. Oktober 1926

REFERENCES/ЛИТЕРАТУРА

Dimov, G. (1988). Ivan Shishmanov – stroitel na balgarskata natsionalna nauka i kultura. Sofia. [Димов, Г. (1988). Иван Шишманов – строител на българската национална наука и култура. София.]

Gecheva, Kr. (2003). Ivan D. Shishmanov. Biobibliografiya. Sofia. [Гечева, Кр. (2003). Иван Д. Шишманов. Био-библиография. София.]

(2005). Shishmanovi cheteniya. Sb. Kn. 1. Ivan D. Shishmanov – forumat. Sofia. [(2005). Шишманови четения. Сб. Кн. 1. Иван Д. Шишманов – форумът. София.]

(2006). Shishmanovi cheteniya. Sb. Kn. 2. Ivan D. Shishmanov – ucheniyat i grazhdaninat. Sofia. [(2006). Шишманови четения. Сб. Кн. 2. Иван Д. Шишманов – ученият и гражданинът. София.]

(2007). Shishmanovi cheteniya. Sb. Kn. 3. Ivan D.Shishmanov – nauka i politika. Sofia. [(2007). Шишманови четения. Сб. Кн. 3. Иван Д.Шишманов – наука и политика. София.]

Shishmanov, Iv. (1927). Panevropa. Balgarska misal № 1, 1 – 6. [Шишманов, Ив. (1927). Паневропа. Българска мисъл № 1, 1 – 6. ]

Sarandev, I. (sast.) (1983). Ivan D. Shishmanov, d-r Krastev i Boyan Penev v spomenite na savremennitsite si. Sofia. 512 s. [Сарандев, И. (съст.) (1983). Иван Д. Шишманов, д-р Кръстев и Боян Пенев в спомените на съвременниците си. София. 512 с.]

Koneva, R. (2009). Kulturniyat i panevropeyski optimizam na Ivan Shishmanov. Balkanistichen forum, 288 – 308. [Конева, Р. (2009). Културният и паневропейски оптимизъм на Иван Шишманов. Балканистичен форум, 288 – 308. ]

Brestrich, C. (2009). Ein europaischer Weltburger. Badische Zeitung. [Brestrich, C. (2009). Ein europaischer Weltburger. Badische Zeitung.]

Koneva, R. (2010). Prof Ivan Šišmanov und die Pan-Europa - Bewegung Bulgaren in Österreich. Wien.

Koneva, R. (2010). Balgaristikata vav Frayburg. Bulgarica, kn. 21. Sofia. s. 41 – 48. [Конева, Р. (2010). Българистиката във Фрайбург. Bulgarica, кн. 21. София. с. 41 – 48. ]

Koneva, R. (2010). Priznanie za edin balgarski uchen. Spisanie na MOMN. [Конева, Р. (2010). Признание за един български учен. Списание на МОМН.]

Koneva, R. (2010). Parvite „mazhe-evropeytsi”. Kam istoriyata na Panevropeyskoto dvizhenie v Balgariya, Chast І. Balkanistichen forum, 1 – 2, 82 – 104. [Конева, Р. (2010). Първите „мъже европейци“. Към историята на Паневропейското движение в България, Част І. Балканистичен форум, 1 – 2, 82 – 104.]

Koneva, R (2011). Ivan Šišmanov: Die Freiburger Jahre des bulgarischen Wissenschaftlers und Politikers (1921 – 1924). Freiburg, 8. Dezember 2010. Südosteuropa Mitteilungen – 51. p. 107 – 111.

Koneva, R. (2011). Prof. Ivan Šišmanov (22.06.1862 – 23.06.1928) Vorkämpfer eines vereinten Europas . Berlin: Bulgarien Jahrbuch, 23 – 37.

Koneva, R. (2012). Golemiyat choveshki zamisal „vzaimnost” v balgarskata kultura i „vzaimnata vzaimnost” v golemiya evropeyski zamisal na profesor Ivan Shishmanov. – Balkanite i tehnite periferii. Balkanistichen forum № 1, 51 – 69. [Конева, Р. (2012). Големият човешки замисъл „взаимност“ в българската култура и „взаимната взаимност“ в големия европейски замисъл на професор Иван Шишманов. – Балканите и техните периферии. Балканистичен форум № 1, 51 – 69.]

Koneva, R. (2012). Tri pokoleniya Shishmanovi, posvetili se na teatara. Godishnik na Narodniya teatar “Ivan Vazov” 2011. Sofia. s. 161 – 168. [Конева, Р. (2012). Три поколения Шишманови, посветили се на театъра. Годишник на Народния театър „Иван Вазов“ 2011. София. с. 161 – 168.]

Koneva, R. (2014). Pan-Evropa, Balkanay i Bolgariya. V: Balkanay v evropeyskih politicheskih proektah ХІХ – ХХІ vv. Moskva. s. 219 – 238. [Конева, Р. (2014). Пан-Европа, Балканы и Болгария. В: Балканы в европейских политических проектах ХІХ – ХХІ вв. Москва. с. 219 – 238.]

Koneva, R. (2014). Panevropa, Balkanite i Balgariya. Treti mezhdunaroden kongres po balgaristika 23 – 26 may. 2013, Sektsiya Istoriya i arheologiya, podsektsiya Nova balgarska istoriya. Sofia: Sv. Kliment Ohridski [Конева, Р. (2014). Паневропа, Балканите и България. Трети международен конгрес по българистика 23 – 26 май. 2013, секция „История и археология“, подсекция „Нова българска история“. София: Св. Климент Охридски.]

2025 година
Книжка 6
УПОТРЕБИ НА АОРИСТА ВМЕСТО ИМПЕРФЕКТА В СЪВРЕМЕННИЯ БЪЛГАРСКИ ЕЗИК В ЛИНГВОДИДАКТОЛОГИЧЕН АСПЕКТ

Красимира Алексова, Ласка Ласкова, Данка Апостолова, Яна Сивилова, Михаела Москова

Книжка 5
МОПАСАН КАТО ПРЕДМОДЕРНИСТ?

Светла Черпокова

Книжка 4
СИНКРЕТИЗЪМ И МОДАЛНОСТ

Мариана Георгиева

„IMPATIENT WOMEN“ OR THE FUTURE OF THE VALUES / VALUES OF THE FUTURE

Magdalena Kostova-Panayotova, Madeleine Danova

В ИРОНИЧНОТО „ЦАРСТВО“ НА МУЗИЛ

Соня Александрова-Колева

Книжка 3
ЗА УПОТРЕБАТА НА ПАСИВНИ ФОРМИ В ПОЛИТИЧЕСКАТА РЕЧ

Борислав Петров, Биляна Михайлова

ТЕРМИНОЛОГИЯТА В ПЛУВАНЕТО

Биляна Рангелова

ПРЕВОДИТЕ НА Д-Р ЛОНГ НА ХУДОЖЕСТВЕНА ЛИТЕРАТУРА

Мария Пилева, Елена Крейчова, Надежда Сталянова

Книжка 2
ВЪЛШЕБСТВО И ИНТЕРПРЕТАЦИЯ

Соня Александрова

Книжка 1
ЗАМЯНАТА НА ИМПЕРФЕКТНОТО ОТ АОРИСТНОТО ПРИЧАСТИЕ В СЪВРЕМЕННИЯ БЪЛГАРСКИ ЕЗИК В ЛИНГВОДИДАКТОЛОГИЧЕН АСПЕКТ

Красимира Алексова, Ласка Ласкова, Данка Апостолова, Яна Сивилова, Михаела Москова

ГЕЙМИФИКАЦИЯТА И УСВОЯВАНЕТО НА ЧУЖД ЕЗИК

Гергана Фъркова, Гергана Боянова, Ани Колева, Зорница Лъчезарова, Венче Младенова

НОВАЯ МОНОГРАФИЯ ПО РУССКОМУ ЯЗЫКОЗНАНИЮ

Михаил Викторович Первушин

2024 година
Книжка 6
ПРОСТРАНСТВЕНИТЕ ИЗМЕРЕНИЯ НА ИЗМЕНЕНИЕТО НА КЛИМАТА И ГЛОБАЛНОТО ЕЗИКОВО РАЗНООБРАЗИЕ

Климент Найденов, Методи Иванов, Антонина Атанасова, Димитър Атанасов, Александър Пейчев

СИРМА ДАНОВА (12.11.1984 – 22.10.2023)

Владимир Сабоурин

СИЛАТА НА ПОСТИСТИНАТА

Владимир Градев

Книжка 5
В ПАМЕТ НА АЛЕКСАНДЪР ИВАНОВ (1953 – 2023)

Надежда Делева, Димитър Веселинов

Книжка 4
A NOTE ON THE LANGUAGE COMPONENTS OF APHASIA

Kostadin Chompalov, Dobrinka Georgieva

ПАМЯТИ ЮРИЯ ДЕРЕНИКОВИЧА АПРЕСЯНА (1930 – 2024)

Димитър Веселинов, Надя Делева

Книжка 3
Книжка 2
Книжка 1
РЕПЕРТОРИУМ НА СРЕДНОВЕКОВНИ ЮЖНОСЛАВЯНСКИ РЪКОПИСИ И КОПИСТИ В НАУЧНОИЗСЛЕДОВАТЕЛСКИ КОНТЕКСТ

Детелин Лучев, Максим Гойнов, Десислава Панева-Маринова, Радослав Павлов, Константин Рангочев

ПРОФ. Д-Р БОГДАН МИРЧЕВ НА 80 ГОДИНИ

Ренета Килева-Стаменова, Ева Пацовска-Иванова

КРЪГОВРАТ НА ИЗКУСТВАТА

Ирена Кръстева

2023 година
Книжка 6
ГРАМАТИКА И КОГНИЦИЯ

Мариана Георгиева

БЪЛГАРИСТИКАТА В САМАРА

Димитър Веселинов

Книжка 5
Книжка 4
IMPACT OF INTERNET RESOURCES USED BY KAZAKHSTAN AND KYRGYZSTAN UNIVERSITY STUDENTS FOR ENGLISH LEARNING

Sagimbayeva Jannat Elemesovna, 1;, Tazhitova Gulzhakhan Zarubaevna, 1;, Mukhtarkhanova Ainagul Madievna, 1;, Duvanaeva Karachach Toktomamotovna, 2;, Kurmanayeva Dina Kassimbekovna

Книжка 3
НИЕ СМЕ ТЕЗИ, КОИТО СМЕ

Милена Кирова

Книжка 2
SECOND LANGUAGE ACQUISITION AND SOME OF ITS ASPECTS

Nadezhda Stalyanova, Elena Krejcova

LES MOTS POUR RIRE

Bilyana Mihaylova

BASIC REQUIREMENTS FOR CHARACTERISTICS OF THE KOREAN LANGUAGE E-TEXTBOOK

Lyudmila A. Voronina, Sergey A. Letun, Evgenia Rozenfeld

Книжка 1
2022 година
Книжка 6
SOCIOLINGUISTIC CREDO OF A FOREIGN LANGUAGE TEACHER: THE CASE OF DIGITAL CLASSROOM

Ekaterina A. Savkina, Elena G. Tareva, Dimitrina Lesnevskaya

Книжка 5
Книжка 4
„АНДРЕ МАЛРО – ПИСАТЕЛ И БОРБЕН ИНТЕЛЕКТУАЛЕЦ“ – ПРАЗНИК НА ДУХА

Соня Александрова-Колева, Мая Тименова-Коен

Книжка 3
РАЗРАБОТКА ОПРОСНИКА ДЛЯ ИЗУЧЕНИИ ЯЗЫКОВЫХ БИОГРАФИЙ НОСИТЕЛЕЙ УНАСЛЕДОВАННОГО ЯЗЫКА

Леонид Московкин, Бернгард Бремер, Татьяна Курбангулова, Татьяна Лыпкань

Книжка 2
АКТУАЛЬНЫЕ ТЕМЫ ИССЛЕДОВАНИЙ В СОПОСТАВИТЕЛЬНОЙ ФИЛОЛОГИИ В СОВРЕМЕННОМ КАЗАХСТАНЕ

Молдир Алшынбаева, Дарина Аманбекова, Мерей Балабекова

Книжка 1
КЪМ НОВИ ПРЕДИЗВИКАТЕЛСТВА

Човешкият фактор е в основата на обучител- ния процес. Това показват изминалите в пан- демична среда няколко години. Информацион- но-комуникационните технологии се оказаха в центъра на образователните промени и влязоха в ролята на панацея за решаване на кризисните моменти във всички аспекти на обучението. Но не можаха да изпълнят ролята на пълноценна алтернатива на „живите“ срещи в учебната ау- дитория. Вълната от оптимизъм и очаквания вече премина своя пик сред преподавате

РЕЧЕВОЕ РАЗВИТИЕ ПОДРОСТКОВ 10 – 12 ЛЕТ И ИСПОЛЬЗОВАНИЕ ЭЛЕКТРОННЫХ УСТРОЙСТВ

Безруких, Марьяна Михайловна, Логинова, Екатерина Сергеевна, Теребова, Надежда Николаевна, Усцова, Александра Григорьевна, Макарова, Людмила Викторовна

КУЛЬТУРНАЯ ПАМЯТЬ И ПРЕЦЕДЕНТНЫЕ ФЕНОМЕНЫ

Валерий Ефремов, Валентина Черняк, Надя Чернева

2021 година
Книжка 6
КАКВО Е КУРОРТ?

Иля Златанов

ДЕКОНСТРУИРУЯ ФЕЙКИ

Татьяна Цвигун, Алексей Черняков

Книжка 5
ОВАКАНТЯВАНЕТО НА КАНОНА

Цветан Ракьовски

ПРАВО, ПРАВОПИС И ПРАВОГОВОР

Маргарита Гергинова

Книжка 4
Книжка 3
LA DIDACTIQUE DU FLE À LA CROISÉE DES SCIENCES COGNITIVES ET DISCURSIVES

Elena G. Tareva, Elena Porshneva, Indira Abdulmianova

Книжка 2
ЕЗИК, ВЛАСТ, МЕДИЯ

Мариана Георгиева

Книжка 1
ЛИНГВОДИДАКТОЛОГИЧНИ АСПЕКТИ НА ПРИСЪСТВЕНОТО ОБУЧЕНИЕ В ЕЛЕКТРОННА СРЕДА

Предизвикателствата пред съвременната лингводидактология през новата 2021 г. без съм- нение са свързани с необичайната обстановка, в която се озова световната образователна система под въздействието на неочакваната епидемична ситуация. Пандемичната вълна предизвика по- врат в хода на естественото развитие на лингво- дидактологичните изследвания. Информацион- но-комуникационните технологии се оказаха в центъра на образователните промени и логично се превърнаха в търсената панац

2020 година
Книжка 6
Книжка 5
ЮРИЙ ЛОТМАН КАК ОБЪЕКТ И МЕТАЯЗЫК

Татьяна Цвигун, Алексей Черняков

К ВОПРОСУ О ПРИЗНАКАХ КВАЗИСИМВОЛА

Григорий Токарев, Надя Чернева

Книжка 4
ЦИФРОВЫЕ СРЕДСТВА В ОБУЧЕНИИ ИНОСТРАННЫМ ЯЗЫКАМ: ОТБОР И ТИПОЛОГИЗАЦИЯ

Бартош Дана, Гальскова Наталья, Харламова Мария, Стоянова Елена

Книжка 3
СИНТАКСИС НА МЕТАЕЗИКА

Мариана Георгиева

BURNOUT LEVELS OF ENGLISH LANGUAGE TEACHERS

Suzan Kavanoz, Yasemin Kırkgöz

КЪМ ИСТОРИЯТА НА ПРЕДЛОГА ОСВЕН

Марияна Цибранска-Костова

Книжка 2
A SEMANTIC DESCRIPTION OF THE COMBINABILITY BETWEEN VERBS AND NOUNS (ON MATERIAL FROM BULGARIAN AND ENGLISH)

Svetlozara Leseva, Ivelina Stoyanova, Maria Todorova, Hristina Kukova

В ПАМЕТ НА ДОЦ. Д-Р ЙОРДАНКА СИМЕОНОВА 28.08.1946 – 25.07.2018

Павлинка Стефанова, Димитър Веселинов

Книжка 1
НОВИ ПРЕДИЗВИКАТЕЛСТВА ПРЕД СЪВРЕМЕННАТА ЛИНГВОДИДАКТОЛОГИЯ

Третото десетилетие на ХХІ век поставя пред лингводидактологията нови предизвикателства. Утвърденото във времето историко-теоретико- практическо разглеждане на тази наука като из- следователско направление, обединяващо всички аспекти на езиковото образование, продължава да поставя във фокус проблема с оптимизиране на акционалността в условията на глобализира- щия се свят. Интерактивността между участни- ците в образователния процес по чужд език из- исква ново преосмисляне на ролит

СИНТАКТИЧНО ОТНОШЕНИЕ

Мариана Георгиева

АКАДЕМИК ЮРИЙ ДЕРЕНИКОВИЧ АПРЕСЯН НА 90 ГОДИНИ

Димитър Веселинов, Надя Делева

2019 година
Книжка 6
TOWARDS CONCEPTUAL FRAMES

Svetla Koeva, Tsvetana Dimitrova, Valentina Stefanova, Dimitar Hristov

Книжка 5
Книжка 4
ПЕДАГОГИЧЕСКАЯ ИННОВАТИКА В ДЕЙСТВИИ

Галина Шамонина, Леонид Московкин

Книжка 3
НАУЧНОЕ НАСЛЕДИЕ ЗОЛОТОГО ВЕКА ИСЛАМА

Сулейменов И.Э., Молдажанова А.А., Копишев Э.Е., Егембердиева З.М., Ниязова Г.Б.

Книжка 2
КОГНИЦИЯ И ПУНКТУАЦИЯ

Мариана Георгиева

КРЪГЛА МАСА „ЕЗИК И ПРЕВОД“

Маргарита Гергинова

Книжка 1
ИЗСЛЕДОВАТЕЛСКИ АСПЕКТИ НА СЪВРЕМЕННАТА ЛИНГВОДИДАКТОЛОГИЯ

Списанието „Чуждоезиково обучение“ е един епистемолого-културологичен монумент на лингводидактологията, която постоянно търси и обновява своя изследователски профил, за да го подложи на опита на времето, преди да се пре- върне в класика. Списанието е барометър на бъл- гарската методическа наука, фиксиращ нейните творчески търсения през годините, проектиращ нови визии и поставящ теоретико-практически ориентири. Текстовете на публикуваните ста- тии са елементи от историята

2018 година
Книжка 6
Книжка 5
PUBLIC AWARENESS OF DYSLEXIA IN BALKAN COUNTRIES

Mirela Duranović, Dobrinka Georgieva, Mirjana Lenček, Tatjana Novović, Muljaim Kačka

Книжка 4
СЕМАНТИЧНИ РЕЛАЦИИ В РАМКИТЕ НА МНОГОКРАТНАTA ХИПЕРОНИМИЯ В УЪРДНЕТ

Светла Коева, Валентина Стефанова, Димитър Христов

МИФЫ О РУССКОМ ЯЗЫКЕ: ON-LINE

Валерий Ефремов

Книжка 3
БЪЛГАРСКИЯТ „MAÎTRE DE LANGUES“

Димитър Веселинов

ДОЦ. Д-РУ ИЛИАНЕ ВЛАДОВОЙ 80 ЛЕТ

Валентина Аврамова

Книжка 2
THE FEAR TO TALK

Adriana Sotirova

Книжка 1
ПРОБЛЕМИТЕ НА ЛИНГВОДИДАКТОЛОГИЯТА В ПРОСТРАНСТВЕНО-ВРЕМЕВАТА СИТУАЦИЯ НА ХХI ВЕК

Ако речникът е цялата Вселена, подредена по азбучен ред, то научното списание е хронология на науката, фиксирана в статии и съобщения, които с момента на своето отпечатване се превръщат в ав- тентични свидетелства за пътищата на познанието, трасирани от ревностни изследователи на непреход- ните теоретични истини в преходността на човешкия живот. Появяват се автори новатори, които маркират творческия подем на времето, и автори пазители на познанието, съграждано в продълж

ВСИЧКО ДА СТАВА ЗА ПОУКА

Радияна Дринова

2017 година
Книжка 6
LES RÔLES DES MOTS-CLEFS

Anélia Brambarova

НОВО ЗАВРЪЩАНЕ КЪМ МО

Бойка Илиева

Книжка 5
И НЕКА Д УМИТЕ ГОВОРЯТ. . . (Портрет на един бележит учен)

Димитър Веселинов, Екатерина Софрониева

Книжка 4
ЖИВОТЪТ НА КНИГАТА

Анна Ангелова

ИГРОВЫЕ ФОРМЫ ПОПУЛЯРИЗАЦИИ РУССКОГО ЯЗЫКА

Валерий Ефремов, Елена Петренко

ПОЕМ ПО-РУССКИ

Денис Букин

Книжка 3
Книжка 2
Книжка 1
НОВИ ОБРАЗОВАТЕЛНИ ХОРИЗОНТИ

Димитър Веселинов, Главен редактор

2016 година
Книжка 6
ДИАЛОГ НА КУЛТУРИТЕ

Анна Ангелова

СВЕТЪТ КАТО СЛОВО

Магдалена Костова-Панайотова, Любка Ненова

НЕЩАТА ОТВЪТРЕ

Анелия Бръмбарова

Книжка 5
Книжка 4
Книжка 3
РУССКИЙ ЯЗЫК СОВРЕМЕННОЙ РОССИИ

Вербицкая Людмила Алексеевна

Книжка 2
СТЕФАНА ДИМИТРОВА

Донка Мангачева

ТАТЯНА МИХАЙЛОВНА НИКОЛАЕВА

Стефана Димитрова

Книжка 1
УВАЖАЕМИ КОЛЕГИ

Димитър Веселинов

ЗАБАВЛЕНИЯ ПО ФРЕНСКИ

Цвета Тодорова

DE VITA BEATA НА ПРЕВОДАЧА

Владимир Сабоурин

2015 година
Книжка 6
SCIENCES ET GUERRE, SCIENCES EN GUERRE

Ioan Panzaru, Florin Turcanu, Simona Necula

Книжка 5
СБОРНИК В ЧЕСТ НА ПРОФ. МАРИЯ КИТОВА

Магдалена Караджункова

Книжка 4
ДО УЧАСТНИЦИТЕ В VII МЕЖДУНАРОДНА КВАЛИФИКАЦИОННА ШКОЛА ВАРНА, 2015

«Ñîâðåìåííûå ïåäàãîãè÷åñêèå òåõíîëîãèè »

МОСКОВКИН ЛЕОНИД ВИКТОРОВИЧ

доктор педагогических наук, профессор кафедры русского языка как иностранного и методики его преподавания

ПОЧЕКАНСКА-НИКОЛЧОВА СТОЯНКА ГЕОРГИЕВА

Мастер-класс «Обучение РКИ в контексте исторической памяти и на-, циональной идентичности (на материале русской литературы)»

БУКИН ДЕНИС ЮРЬЕВИЧ

Сфера научных интересов

Книжка 3
ЗА ДУМАТА ЦИВИЛИЗАЦИЯ

Мария Костова

Книжка 2
ФРАНКОФОНИЯ И ФРАНКОФОНИ

Димитър Веселинов

БИТИЕТО НА ОБРАЗИТЕ

Йосиф Каменов

IN MEMORIAM

Elena Alekova

Книжка 1
LA LANGUE DANS L’OEIL ET LA PEAU

Tzvétiléna Krasteva

ЗАЕДНО ПРЕЗ ВЕКОВЕТЕ

Сабина Павлова

НОВ УЧЕБНИК ПО МЕТОДИКА НА ЧУЖДОЕЗИКОВОТО ОБУЧЕНИЕ

Иванка Мавродиева, Димитър Веселинов

2014 година
Книжка 6
БИЛИНГВИЗЪМ В УСЛОВИЯТА НА НАРУШЕН СЛУХ

Светослава Съева, Ангелина Бекярова

ТРАКИЙСКИЯТ ЕЗИК

Светлана Янакиева

ПЪРВОСТРОИТЕЛЯТ

Анна Ангелова

ПОМАГАЛО ЗА НОВИТЕ БУДИТЕЛИ ОТ КЛАСНАТА СТАЯ

Ана Клисарска, Константин Фиданчев

ДЕТАЛЬ МОЖЕТ СТАТЬ СИМВОЛОМ ЭПОХИ

Борис Тимофеевич Евсеев – поэт, прозаик, эссеист. Лауреат премии Правительства Российской Федера- ции в области культуры и премии «Ве- нец», Бунинской, Горьковской и многих других литературных премий. Получил музыкальное, литературное и жур- налистское образование. В советское время публиковался в Самиздате. Ав- тор 15 книг прозы. Переводился на английский, болгарский, голландский, испанский, итальянский, китайский, немецкий, эстонский, японский и др.

Книжка 5
MIGRATING MEMORIES

Irina Peryanova

Книжка 4
ЕЗИКЪТ – НАУКА И ПРАКТИКА

Павлина Стефанова

ВРЕМЕНАТА ОТЛИТАТ, НАПИСАНОТО ОСТАВА

Магдалена Караджункова

Книжка 3
ОЦЕНЯВАНЕТО ОТ РОДИТЕЛИТЕ – ВЪЗМОЖНОСТИ И ПРЕДИЗВИКАТЕЛСТВА

Галина Хитрова, Диана Миронова, Янка Банкова, Павлина Йовчева

Книжка 2
ПРЕВОДЪТ В ЕВРОПА

Ирена Кръстева

ОБЩОБАЛКАНСКИТЕ КОРЕНИ

Русана Бейлери

Книжка 1
ПАДНАЛИТЕ АНГЕЛИ

Мони Алмалех

ПРОФ. Д-Р БАГРЕЛИЯ БОРИСОВА СЪБЧЕВА (1955 – 2013)

Весела Белчева, Свилен Станчев

ПРОЕКТ НА НАЦИОНАЛНО ИЗДАТЕЛСТВО „АЗ БУКИ“ И ФОНД „РУССКИЙ МИР“

ПРОЕКТ НА НАЦИОНАЛНО ИЗДАТЕЛСТВО „АЗ БУКИ“ И ФОНД „РУССКИЙ МИР“

2013 година
Книжка 6
ИЗ ДЕБРИТЕ НА ПОРТУГАЛИСТИКАТА

Весела Чергова. (2012). Конюнктивният имперфект в съвременния пор-

МАТУРА ПО ФРЕНСКИ ЗА ОТЛИЧЕН

Ботева, С., Кръстева, Ж. & Железарова-Сариева, А. 100% успех. Матура по френски език. София: Просвета. 298 с. ISBN: 9789540126258

Книжка 5
ПОЛИТИЧЕСКАТА РЕЧ – МОДЕЛИ НА ПОВЕДЕНИЕ И КОМУНИКАЦИЯ

Владислав Миланов, Надежда Михайлова-Сталянова. (2012). Езикови портрети на български политици. Част първа. София: УИ „Свети Климент Охридски“. 230 с. ISBN 978-954-07-3323-4

ПРОЕКТ НАЦИОНАЛЬНОГО ИЗДАТЕЛЬСТВА „АЗ БУКИ“ И ФОНДА „РУССКИЙ МИР“

Идея проекта «Открытая линия» - популяризация современных тенденции, исследования и анализы ведущих ученых в сфере обучения русскому языку как иностранному, а также - обмен опыта между болгарскими учителями. Проект реализируется Национального издательства «Аз Буки» - часть Ми- нистерство образования и науки Болгарии, вместе с фондом «Русский мир». Сегодня – благодаря мастер-классов, у нас есть исключительная возможность познакомится с новейшими разработками ведущих ученых и мето

Книжка 4
ЧУЖДОЕЗИКОВО ОБУЧЕНИЕ МЕЖДУ ТРАДИЦИИ И ИНОВАЦИИ, МЕЖДУ ОБРАЗОВАТЕЛНА ТЕОРИЯ И УЧЕБНА ПРАКТИКА

Чуждоезиковото обучение в съвременната образователна парадигма – теория, практика, перспективи. Велико Търново: Ивис, 2011, 277 с.

Книжка 3
COMPOUND VERBS FROM А COGNITIVE AND SEMANTIC PERSPECTIVE

Bagasheva, Alexandra. (2012). Refl ections on Compound Verbs and Com-

ТЕАТРАЛЬНАЯ АТМОСФЕРА В КЛАССЕ

Тодорова, Румяна В. Димитрова, Розалина И

ПРАЗНИК В МОЕТО УЧИЛИЩЕ

Анаит Киркорова

Книжка 2
ЗА УЧИТЕЛЯ И ЧОВЕКА ЧУДОМИР – АНАЛИЗ НА ЗАПИСКИТЕ МУ ЗА ЕДНО ПЪТУВАНЕ В ТУРЦИЯ

Мевсим, Хюсеин. Пътуването на Чудомир в Турция (1932). Пловдив: „Жанет 45“, 2012, 200 с. ISBN 978-954-491-785-2 Милена Йорданова

ФУНДАМЕНТАЛНИЯТ ТРУД НА МАРИЯ КИТОВА- ВАСИЛЕВА „ЛЮБОВТА КЪМ СЛОВОТО. ЗА ИЗВОРИТЕ НА НАУКАТА ЗА ЕЗИКА“

Китова-Василева, Мария. Любовта към словото. За изворите на науката за езика (От древността до края на Ренесанса). София: Колибри, 2012, 492 с. ISBN: 978-954-529-982-7x

БИЛИНГВАЛНО ПРЕДУЧИЛИЩНО ОБУЧЕНИЕ

Peter Doyé. Lernen in zwei Sprachen. Deutsch im bilingualen Kindergarten. Hildesheim – Zürich – New York: Georg Olms Verlag AG, 2012, 110 S. ISBN 978-3-487-08870-9

Книжка 1
LES MOYENS SYNTAXIQUES DU RHEME EN RUSSE

Anna Khaldoyanidi, Mary-Annick Morel

ИЗУЧАВАНЕ НА ЕЗИЦИ ОТ ЗРЕЛОСТНИЦИТЕ – НАГЛАСИ, ОЦЕНКИ, ПЕРСПЕКТИВИ1)

Албена Чавдарова, Росица Пенкова, Николина Цветкова

ВСИЧКИ РАЗБИРАТ ОСТИН

Донка Мангачева

ТВОРЕЦЪТ КАТО МОРЕПЛАВАТЕЛ

Аспарух Аспарухов

2012 година
Книжка 6
НА УЧИТЕЛЯ – ЛИЧНО

90 ГОДИНИ ОТ РОЖДЕНИЕТО НА ПРОФЕСОР ЖАНА МОЛХОВА

ПРОФЕСОР НИКОЛАЙ МИХОВ НА 70 ГОДИНИ

Даниела Кожухарова Николай Николов Михов е роден на 30 април 1942 г. в семейството на индустриалец. През 1956 г. заминава за София, за да учи в гимназия. Изу- чава руски и френски език, към които добавя факултативните латински, немски и английски. Учи неуморно и до днес. Професор-полиглот, който по време на кандидатстудентските кампа- нии, докато проверява работите по френски език, по време на кратката си почивка попълва тестовете по немски и по испански език, показвай

ЕВРОПЕЙСКИ ДЕН НА ЕЗИЦИТЕ

Цветанка Панова

РЕТРОСПЕКТИВНА БИБЛИОГРАФИЯ RETROSPECTIVE BIBLIOGRAPHY

Преди 50 години Симеонов, Йосиф. Някои трудности при изучаване на френски език. С., Наука и изкуство, 1962, 84 с. Методика на обучението по френски език в средния курс на общообра- зователните училища: Учебник за учит. инст. за прогимназ. учители / Валерия Карабаджева. София: Народна просвета, (1962), 192 с. Нагледна граматика на немски език / Жана Николова-Гълъбова. Со- фия: Народна просвета, 1962, 243 с. : с табл., 2 л. табл. Българско-немски речник / Александър Дорич, Герда Минкова, Стефан

КНИГИ И ПЕРИОДИЧНИ ИЗДАНИЯ, ПОЛУЧЕНИ В РЕДАКЦИЯТА BOOKS AND PERIODICALS RECEIVED

Ботева, С., Ж. Кръстева, А. Железарова-Сариева. 100% успех. Матура по френски език. София, Просвета, 298 с. Легурска, П. Семантичен речник на типологичните характеристики на вторичното назоваване в руския и българския език. София, Изда- телство „Ето“, 2011, 312 с. Легурска, П. Съпоставителни лексикални анализи и основа за съпос- тавка. София, Издателство „Ето“, 2011, 228 с. Мавродиева, Ив. Политическа реторика в България: от митингите до онлайн социалните мрежи (1989–2011 г.). Автореферат н